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Eindrücke vom WebSummit 2018

Oliver Lucas war auf dem WebSummit 2018 in Lissabon dabei und hat seine Eindrücke von der größten Tech Konferenz der Welt für uns zusammengefasst:

Quelle: Google

Mit ein paar Tagen Abstand fällt es mir noch immer schwer, den #WebSummit 2018 in Worte zu fassen.
Eine Konferenz, die an drei Tagen für (angeblich) 70.000 Teilnehmer mit einer Frauenquote von 44% durchgängig bis zu 15 parallel Sessions anbietet, lässt sich einfach nicht zusammenfassen! Jeder Teilnehmer nimmt andere eigene Eindrücke mit. Und das will der Web Summit auch: Impulse für eine Vielzahl an Themen setzen, spannende Speaker und Panels organisieren, Raum für Networking und Geselligkeit bieten. Hier sind sowohl junge Startups, Corporates, Investoren und erfolgreiche Gründer auf sehr internationalem Level vertreten. Die Stadt Lissabon ist abseits der Messe für Sunset und Night Summit hervorragend geeignet – noch immer trotz der Vielzahl an Menschen.

Was nahm ich persönlich als Eindruck und Learning mit?

Atmosphäre & Philosophie –better Tech for a better world

Die Welt dreht sich schnell – die IT & Tech Welt dreht sich noch schneller. Viele futuristische Themen und Trends sind isoliert betrachtet bereits wahnsinnig weit. Es bedarf nicht viel Phantasie um sich AI, humanoide Roboter analog Sophia und Bewegungsgenies von Boston dynamics in einer Lösung vorzustellen. Dadurch werden viele alte Science-Fiction Ideen bereits deutlich übertroffen. Diese Intelligenz und Genialität der Maschinen wird auch in Health Themen, Katastrophenumgebungen, connected und autonomous driving sensationelle Dienste leisten können. Dadurch, dass nahezu jeder irgendwie connected ist, können auch große Teile der Welt partizipieren. AI und machine learning wird in großem Maße verändern, was Maschinen leisten können. Auch die Menschen werden sich anpassen müssen, wie und was man lernt. Hier stecken sinnvolle Konzepte noch in den Anfängen.
Leider kann man sich auch viele negative Use Cases ausmalen – aber zumindest auf dem Web Summit herrscht eine dermaßen positive Aufbruchstimmung mit einer positiven Grundtonalität „let‘s do this for something good. Let‘s create better tech for better solutions and a better planet.“ Na klar klingt das idealistisch, aber in der Masse der Beteuerungen klingt das vielversprechend und glaubhaft.

Artificial Intelligence & Robotics auf dem WebSummit

Oft wird AI als Zukunftsthema und Science-Fiction verschrien – aber eigentlich ist AI bereits in so vielen Lösungen live. AI lässt sich sinnvoll in einzelne Prozesse (chatbots, roboter) und Devices (Bilderkennung in Smart Phones) integrieren. Für die Herstellung von Werbeclips wird oft eine Vielzahl von Filmmaterial erstellt. Die Sichtung und Bearbeitung dessen dauert für einen guten Cutter 10 Stunden – eine AI Lösung bringt innerhalb von 1 Stunde ein nahezu vergleichbares Ergebnis. Fallen dadurch Jobs weg? Es kommt immer drauf an! Denn die präsentierenden Agenturen investieren die gewonnen Zeit dafür in bessere Sounds und bessere Platzierungen.

Geflashed haben mich erneut die Roboter (the real Sophia) von Hanson robotics. Es ist möglich Gefühle zu identifizieren und somit individuell auf den Gesprächspartner einzugehen. Die Visualisierung verdient die Bezeichnung humanoid. Es ist leicht vorstellbar, dass es hierfür eine Vielzahl an Anwendungsfällen mit einem super Nutzen gibt. Unsere Kinder wachsen in eine spannende Welt, die sich wahnsinnig dynamisch verändert und weiterentwickelt. Auf der offenen Plattform SingularityNet soll die weitere Software und Produkt-Entwicklung schneller und transparent vorangetrieben werden können.

Nicht weniger beeindruckt hat mich die Weltpremiere von Furhat Technologies mit ihrer humanoiden Roboter-Alexa-Version. Ein extrem multifunktionaler sprechender, sehender Kopf der auf eine weiße Gesichtsmaske von innen verschiedene Gesichtern und Persönlichkeiten projiziert. Dadurch sieht der Roboter tatsächlich menschlich aus. Kombiniert mit derzeit 40 Sprachen ist Furhat der optimale Sprachassistent mit dem jeder leicht und gerne interagieren kann. Über AI kann Furhat auch Gefühle deuten und darauf reagieren – die Art der Bewegung des Kopfes ähnelt menschlichem Verhalten und reduziert Berührungsängste.

Startups & Venture Capital auf dem WebSummit

Jeder Gründer sollte sich gut überlegen, ob und warum er ein Entrepreneur sein will (do some soul research, why you wanna be an entrepreneur). Natürlich ist es entscheidend „to burn for your idea“. Aus Investorenperspektive (Kleiner Perkins, DST Global, Defy.vc) wird noch immer nach „authentic entrepreneurs“ gesucht.
Erfolgreiche Startups machen kein Buzzword Bingo mit den Trendthemen, sondern beschäftigen sich mit echten Problemen von Kunden und bieten relevante neue Lösungen an. Und zwar nicht für die Symptome, sondern die zugrundeliegenden Ursachen der Probleme („Get onto the root need“). Dadurch wird ein guter Startup Entrepreneur automatisch zu einem „change agent“. (Tim Draper, Draper Associates, the year-one survival guide)
Auch für E-Commerce gibt es aus VC Sicht noch großes Potential, da auf globalem Level erst 10% des Handels online erfolgen (DST Global) –besonders mit neuen Themen in aufstrebenden Märkten. Generell spannende Themen sind: Logistik, Media, enterprise security, platform etc.
Beim Pitch gilt mehr als jemals zuvor: Show the product! Describe the problem! Show leadership skills! Visualize!

Individualised data-driven-marketing

Heineken stellte einen „beginners guide“ vor, wie das Unternehmen selber lernt, Big Data zu generieren und zu nutzen. Die Potentiale werden erst durch nachhaltiges Auseinandersetzen mit dem Thema sichtbar. Heineken sieht bereits nach wenigen Monaten Kostenpotentiale von 30% im Marketing durch effizienteres Arbeiten. Schön, dass auch Heineken die Notwendigkeit der bereichsübergreifenden Arbeit auf Top Level sieht und nun umsetzt. Wenn Sales, Marketing, Controlling, IT und Trade Marketing nicht zusammenarbeiten können die wahren Schätze nicht gehoben werden.

Cars in 20 years

Eine Podiumsdiskussion drehte sich um die langfristige Zukunft des Autos. Abgesehen davon, dass keine Hersteller involviert waren, ging es in dem Talk ausschließlich um Access, Customer Experience, Mobility Platforms und ein bisschen um benötigte Infrastruktur. Hier wird unterschieden in big urban Mega Areas und eher wenig besiedelte Regionen. In letzteren wird die traditionelle Industrie noch länger ihre Daseinsberechtigung haben – für die Mega-Areas sind jedoch neue Ansätze gefragt.

Creatiff, Marketing Trends, blockchain, Payment, Crypto, Health, Music, Sports etc.
Wie eingangs gesagt – das Programm erschlägt einen und es ist nicht möglich, alle Themen und Trends mitzunehmen. Es gibt daher Teilnehmer, deren Eindrücke ausschließlich andere Themen behandeln. Das ist einerseits krass – und andererseits gut so.

Ich persönlich werde beim ersten 2for1 early bird für den WebSummit 2019 wohl wieder zuschlagen und mir Tickets kaufen! Sehen wir uns?

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